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Linux kann wie andere Betriebssysteme bei Datenträgern mit Partitionen arbeiten. Also physischen Aufteilungen der Datenträger. Manche Datenträger bringen die Eigenschaft mit sich, nur eine Partition zu besitzen. Dazu zählen optische Laufwerke oder Disketten. Bei anderen Datenträgern hingegen muss (falls gewünscht) die Aufteilung erst vorgenommen werden.
Dafür steht unter Linux der Befehl fdisk zur Verfügung. Als Muster soll ein System mit IDE-Controllern dienen (2 IDE-Controllern mit je 2 Anschlüssen). Wenn auch nicht mehr ganz aktuell, so lässt sich der Vorgang damit einfach erklären und analog dazu auf aktuelle Systeme mit SATA-Controllern anwenden.
Die Master Festplatte am ersten Controller ist Gerät hda, die Slave Festplatte am ersten Controller ist Gerät hdb, die Master Festplatte am zweiten Controller ist Gerät hdc und die Slave Festplatte am zweiten Controller ist Gerät hdd.
Als Beispiel wurde eine alte Festplatte mit 20,4 GB Speicherkapazität als Master am zweiten Controller angeschlossen. Folglich sollte der Gerätename dieser Festplatte hdc sein. Dies wird nun überprüft:


Disk /dev/hdc: 20.4 GB, 20416757760 bytes 255 heads, 63 sectors/track, 2482 cylinders Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
Disk /dev/hda: 10.1 GB, 10141286400 bytes 16 heads, 63 sectors/track, 19650 cylinders Units = cylinders of 1008 512 = 516096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System /dev/hda1 1 3876 1953472+ 82 Linux swap /dev/hda2 * 3877 19650 7950096 83 Linux
Hier werden alle physikalisch verfügbaren Festplatten aufgelistet, unabhängig davon, ob sie bereits ins Linuxsystem eingebunden wurden oder nicht. Neben der 20.4 GB Festplatte sieht man in diesem Fall auch die Festplatte, von welcher Linux auf meinem System gestartet wird. Da auf meiner Systemfestplatte hda bereits Daten vorhanden sind, werden dort auch die verfügbaren Partitionen samt verwendetem Filesystem aufgelistet. Die erste Partition hda1, sowie die zweite Partition hda2.
Linux kann pro Festplatte 4 primäre Partitionen oder 3 primäre und eine erweiterte Partition verwalten. Die erweiterte Partition muss dann weitere logische Laufwerke enthalten, denn die erweiterte Partition ist ansich keine nutzbare Partition, sondern nur eine Art Container für weitere logische Laufwerke. Für den normalen Gebrauch ist es aber unwahrscheinlich, dass man eine erweiterte Partition anlegen muss, da man in der Regel mit den 4 möglichen primären Partitionen auskommt. Als Beispiel sollen deshalb die gesamten 20.4 GB als primäre Partition angelegt werden.

Nach dem Programmstart wird die Menüauswahl geöffnet. Dazu im laufenden Programm die m-Taste betätigen.

Command Action a toggle a bootable flag b edit bsd disklabel c toggle the dos compatibility flag d delete a partition l list known partition types m print this menu n add a new partition o create a new empty DOS partition table p print the partition table q quit without saving changes s create a new empty Sun disklabel t change a partition's system id u change display/entry units v verify the partition table w write table to disk and exit x extra functionality (experts only)
Um eine neue Partition anzulegen, muss man also n drücken. Daraufhin startet eine Abfrage in der die Partition genauer definiert werden soll. In diesem Fall ist lediglich die Eingabe der Partitionsart, also p für die primäre Partition und die Partitionsnummer 1 erforderlich. Beim Rest können die Defaultwerte durch einfaches betätigen der Return-Taste übernommen werden.

e extended p primary partition (1-4) p Partition number (1-4): 1 First cylinder (1-2482, default 1): Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (1-2482, default 2482):
Anmerkung: Möchte man nur einen gewissen Teil der Festplatte partitionieren, gibt man im letzten Schritt einfach die gewünschte Größe an. Da sich in Zylindern nicht unbedingt gut rechnen lässte, kann man z.B. eine 10GB Partition auch einfach durch die Eingabe von +10000M (10000MB ~ 10GB) anlegen lassen. Bei einer weiteren Partition wäre dann auch der Default-Wert für den ersten Zylinder (First Cylinder) nicht mehr 1, sondern würde beim nächstmöglich freien Zylinder beginnen.
Nun beginnt das Programm die Festplatte zu partitionieren, was einen Monent lang dauert. Anschließend befindet man sich wieder im Programm, welches weitere Eingaben erwartet. Der nächste Schritt ist die Überprüfung der durchgeführten Maßnahme. Dies erfolgt durch das betätigen der p-Taste.

Disk /dev/hdc: 20.4 GB, 20416757760 bytes 255 heads, 63 sectors/track, 2482 cylinders Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System /dev/hdc1 1 2482 19936633+ 83 Linux
Hier ist zu erkennen, dass die erste Partition auf der Festplatte als hdc1 korrekt angelegt wurde. Alle 2482 möglichen Zylinder wurden genutzt, also entspricht die Partition auch der Gesamtgröße der Festplatte.
Im letzten Schritt muss die Partitionstabelle noch auf die Festplatte geschrieben werden. Dazu einfach w-Taste drücken und der Schreibvorgang beginnt. Dieser dauert einige Sekunden. Dannach beendet sich das Programm fdisk automatisch und man befindet sich wieder an der Eingabeaufforderung.
Abschließend wird die neue Partition noch einmal in der Gesamtübersicht übeprüft.


Disk /dev/hdc: 20.4 GB, 20416757760 bytes 255 heads, 63 sectors/track, 2482 cylinders Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System /dev/hdc1 1 2482 19936633+ 83 Linux
Disk /dev/hda: 10.1 GB, 10141286400 bytes 16 heads, 63 sectors/track, 19650 cylinders Units = cylinders of 1008 * 512 = 516096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System /dev/hda1 1 3876 1953472+ 82 Linux swap /dev/hda2 * 3877 19650 7950096 83 Linux
Weitere Informationen:
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Bei einer primären Partition von der gebootet werden soll, muss man mit a das Bootflag setzen.
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Logische Laufwerke einer erweiterten Partition beginnen erst bei hdx5 (x= a,b,c oder d).
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Bei anderen Filesystemen wie z.B. Fat, muss mit t die System ID geändert werden.
- Die Begrenzung auf 4 physische Partitionen rührt von der begrenzten Größe des MBR (Master Boot Record) her.
- Der MBR begrenzt die Partitionsgröße auf 2TB => Für Partitionen >2TB muss eine GPT (GUID Partition Table) genutzt werden. Analog dazu wird nicht mehr das Programm fdisk verwendet, sondern parted.
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