Formatieren E-Mail
Geschrieben von: tpm   

Wenn ein Betriebssystem I/O-Operationen auf einem Datenträger ausübt, werden diese über ein Dateisystem vorgenommen. Das Dateisystem beschreibt wie Daten vom Datenträger gelesen oder darauf abgelegt werden und welche zusätzlichen Informationen (Metadaten) enthalten sind.

 

Welche Dateisysteme ein Linuxsystem unterstützt, kann man mit folgendem Befehl in Erfahrung bringen:

 

input

cat /proc/filesystems

 

output

nodev   rootfs
nodev bdev
nodev proc
nodev sockfs
nodev tmpfs
nodev shm
nodev pipefs
ext3
ext2
nodev ramfs
umsdos
msdos
vfat
iso9660
nodev nfs
reiserfs
nodev devpts
nodev usbdevfs
nodev usbfs

 

Dateisysteme für virtuelle Geräte sind mit nodev gekennzeichnet. Alle anderen Dateisysteme sind für physikalische Laufwerke. Das Standard-Dateisystem für Festplatten unter Linux war lange Zeit ext2. Da sich auch mit aktuelleren Dateisystemen am Verfahren selbst nichts ändert, wird ext2 auch exemplarisch verwendet.

Will man nun z.B. die erste Partition der ersten Festplatte (Master) am zweiten IDE Controller mit dem Dateisystem ext2 formartieren, lautet der Befehl:

 

input

mkfs -t ext2 /dev/hdc1

 

Daraufhin beginnt die Formatierung, die je nach Partitionsgröße einige Minuten dauern kann.

 

output

mkefs 1.38 (30-Jun-2005)
Filesystem label=
OS type: Linux
Block size=4096 (log=2)
Fragment size=4096 (log=2)
2496960 inodes, 4984158 blocks
249207 blocks (5.00%) reserved for the super user
First data block=0
153 block groups
32768 blocks per group, 32768 fragments per group
16320 inodes per group
Superblock backups stored in blocks:
32768, 98304, 163840, 229376, 294912,
819200, 884736, 1605632, 2654208, 4096000

Writing inode tables: done
Writing superblocks and filesystem accounting information: done

This filesystem will be automatically checked every 24 mounts or 180 days, whichever comes
first. Use tune2fs -c or -i to overwrite.

 

Nach Abschluss der Formatierung wird ein kleiner Bericht ausgegeben, in dem wesentliche Informationen vermerkt sind. Damit wäre die Partition soweit fertiggestellt um in das Linux System eingebunden zu werden und sie nutzbar zu machen.

Möchte man im Nachhinein Parameter von ext2 ändern, bedient man sich des Befehls tune2fs. Einfachstes Beispiel wäre den Namen (label) der Partition zu ändern. Im obigen Beispiel wurde kein Name für die Partition angegeben. Dies wird nun nachgeholt und der Name soll "Daten" lauten.

 

input

tune2fs -L Daten /dev/hdc1

 

Viele weitere Parameter lassen sich auf diesem Weg einstellen. Beispielsweise wie sich der Kernel bei einem aufgetretenem Fehler im Dateisystem verhalten soll oder ob die Journal-Funktion unter ext3 aktiviert werden soll, etc. Eine Übersicht über einige Parameter erhält man durch die Option -l (kleines L).

 

input

tune2fs -l /dev/hdc1

 

output

tune2fs 1.38 (30-Jun-2005)
Filesystem volume name: Daten
Last mount on: n/a
Filesystem UUID: bf646289-fc4e-a09a-13a33c52ba46
Filesystem magic number: 0xEF53
Filesystem revision #: 1 (dynamic)
Filesystem features: filetype sparse_super
Default mount options: (none)
Filesystem state: clean
Errors behavior: Continue
Filesystem OS type: Linux
Inode count: 2496960
Block count: 4984158
Reserved Block count: 249207
Free blocks: 4905784
Free inodes: 2496949
First block: 0
Block size: 4096
Fragment size: 4096
Blocks per group: 32768
Fragments per group: 32768
Inodes per group: 16320
Inode blocks per group: 510
Filesystem created: Tue Aug 1 17:40:04 2006
Last mount time: n/a
Last write time: Tue Aug 1 17:54:09 2006
Mount count: 0
Maximum mount count: 24
Last checked: Tue Aug 1 17:40:04 2006
Check interval: 15552000 (6 months)
Next check after: Sun Jan 28 16:40:04 2007
Reserved blocks uid: 0 (user root)
Reserved blocks gid: 0 (group root)
Forst inode: 11
Default directory hash: tea
Direktory Hash Seed: 2fd29047-0861-4583-a34b-08080b16be2d

 

Weitere Informationen:

  • Mit resize2fs kann man die Größe des Dateisystems ändern, um anschließend mit fdisk eine bestehende
    Partition zu verkleinern oder zu vergrößern.
  • Mit fsck kann man Dateisysteme prüfen und reparieren. Jedoch darf man dies niemals an gemounteten
    Datenträgern ausführen. Für die Boot-Partition gibt es dafür die Option -F beim shutdown Befehl.
  • Für Partitionen mit viel Inhalt empfiehlt sich ein anderes Dateisystem als ext2, beispielsweise reiserFS oder ext3. Diese bieten den Vorteil der Journal-Funktion, womit u.a. Dateien schneller lokalisiert werden können.
  • Das Lesen vom NTFS-Dateisystem funktioniert unter Linux ohne Probleme. Das Schreiben hingegen kann zwar mittlerweile als zuverlässig angesehen werden, bietet aber nur sehr geringe Durchsatzraten.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. März 2011 um 09:23 Uhr