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Obwohl Linux mittlerweile einen festen Platz als grafisch bedienbares Betriebssystem eingenommen hat, so bleibt eine seiner Stärken immernoch die einfache und effektive Bedienung per Kommandozeile. Deshalb sollen in diesem Beitrag grundlegende Handhabungshinweise vermittelt werden, welche die Bedienung erleichtern.
Wie bei jedem anderen Betriebssystem erfolgt die Steuerung über Anweisungen. Eine Anweisung besteht mindestens aus einem einleitenden Befehl und optional aus Optionen und Argumenten.
- Befehl - Anweisung zu einer durchzuführenden Maßnahme
- Option - Möglichkeiten die Art der Durchführung und das Ergebnis zu beeinflussen
- Argument - Angaben worauf sich der Befehl bezieht oder auswirkt
Zusammen bilden sie ein vollständiges Kommando, das wie folgt aussehen könnte:
In diesem Beispiel lautet der Befehl ls, die Option -la definiert ein bestimmtes Ausgabeformat und die Pfadangabe /home/ ist das Argument, welches der Befehl behandeln soll. Anzumerken ist, dass ein Befehl oft mehrere Optionen und Argumente enthalten kann. Das ist ganz abhängig vom Befehl selbst.
Damit man nun weiß, was ein Befehl überhaupt bewirkt, ob und welche Optionen und Argumente er unterstützt, bedient man sich der verschiedenen Hilfemöglichkeiten. Die erste ist dem Befehl die Option -h oder --help anzuhängen.
Aufruf: cp [OPTION]... [-T] QUELLE ZIEL oder: cp [OPTION]... QUELLE... VERZEICHNIS oder: cp [OPTION]... -t VERZEICHNIS QUELLE... Kopieren von QUELLE nach ZIEL, oder mehrere QUELLE(n) in VERZEICHNIS
Erforderliche Argumente für lange Optionen sind auch für kurze erforderlich. -a, --archive genau wie -dpR --backup[=KONTROLLE] eine Sicherung existierender Zieldateien erzeugen -b wie --backup, akzeptiert aber kein Argument --copy-contents wenn rekursiv, Inhalt von Spezialdateien kopieren
// Ausgabe gekürzt //
Standardmäßig werden „sparse“-QUELL-Dateien durch eine einfache Heuristik erkannt und die korrespondierenden ZIEL-Dateien werden ebenfalls „sparse“ gemacht. Dieses Verhalten wird mit --sparse=auto ausgewählt. Geben Sie --sparse=always an um „sparse“-ZIEL- Dateien zu erzeugen wenn die QUELL-Datei eine ausreichend lange Sequenz aus Null-Bytes enthält. Verwenden Sie --sparse=never um das Erzeugen von „sparse“-Dateien zu verhindern. Der Anhang für Sicherheitskopien ist ~, außer wenn er --suffix oder SIMPLE_BACKUP_SUFFIX gesetzt wurde. Die Versionskontrolle kann mit --backup oder VERSION_CONTROL gesetzt werden. Mögliche Werte sind:
none, off Niemals Sicherung erzeugen (selbst wenn --backup angegeben wurde) numbered, t Erzeugen von nummerierten Sicherheitskopien existing, nil Nummeriert wenn nummerierte Backups existieren, sonst einfach. simple, never Immer einfache Sicherheitskopien erzeugen
Als Spezialfall erzeugt cp eine Sicherheitskopie von QUELLE wenn „force“ und „backup“ Optionen angegeben wurden und QUELLE und ZIEL der gleiche Name für eine vorhandene reguläre Datei sind.
Melden Sie Fehler (auf Englisch, mit LC_ALL=C) an bug-coreutils[at]gnu[dot]org
Die Option liefert je nach Umfang des Befehls eine Kurzinfo, bis hin zu einer umfassenden Beschreibung, den möglichen Optionen und Argumenten.
Anmerkung: Die oben dargestellte Ausgabe ist zur besseren Darstellung etwas verkürzt. Zudem existiert auf meinem System eine teilweise deutschsprachige Hilfe. Standardmäßig sind alle Hilfen auf englisch.
Nicht selten liefert die Option --help jedoch unbefriedigende Ergebnisse. Dann muss man die Manpages zu Hilfe ziehen. Manpages sind ein Hilfesystem, mit umfangreichen Hilfeseiten zu Befehlen und oft auch Beispielen zur Anwendung. Der Aufruf geschieht durch den Befehl man mit anschließender Eingabe des gewünschten Befehls. In den Manpages kann man komfortabel mit den Pfeiltasten hoch und runter scrollen. Durch die Eingabe :q wird eine Hilfeseite umgehend geschlossen. Hier ein Auszug des Manuals für den Befehl cp, der zum Kopieren von Dateien verwendet wird:
// Ausgabe gekürzt //
SEE ALSO The full documentation for cp is maintained as a Texinfo manual. If the info and cp programs are properly installed at your site, the command
info cp
should give you access to the complete manual.
cp 5.97 January 2009 CP(1)
Neben den hier nicht dargestellten Optionen und Beispielen, enden die meisten Hilfeseiten mit dem SEE ALSO Abschnitt. Dort stehen weiterführende Informationen, sowie Angaben zu weiteren Befehlen, die mit dem aktuellen in engerem Zusammenhang stehen.
Manchmal kommt es vor, dass man für eine bestimmte Maßnahme keinen Befehl kennt oder sich nicht mehr erinnert. Dazu gibt es den sehr nützlichen Befehl apropos, welcher die Manpages nach einem angegebenen Schlagwort durchsucht und alle Hilfeseiten auflistet, die damit in engerem Zusammenhang stehen.
apple_cp (1) - Do an apple copy, copying file metadata and the resource fork cp (1) - copy files and directories cpgr (8) - copy with locking the given file to the password or group file cpio (1) - copy files to and from archives cppw (8) - copy with locking the given file to the password or group file dd (1) - convert and copy a file debconf-copydb (1) - copy a debconf database FcCharSetCopy (3) - Copy a charset FcMatrixCopy (3) - Copy a matrix FcStrCopy (3) - duplicate a string FcStrCopyFilename (3) - copy a string, expanding '~' FcValueSave (3) - Copy a value install (1) - copy files and set attributes intltoolize (8) - copy intltool related files to software package mcopy (1) - copy MSDOS files to/from Unix mysqlhotcopy (1) - fast on-line hot-backup for local MySQL databases and tables objcopy (1) - copy and translate object files optionRestore (3) - restore option state from memory copy rcp (1) - secure copy (remote file copy program) scp (1) - secure copy (remote file copy program) ssh-copy-id (1) - install your identity.pub in a remote machine's authorized_keys svnversion (1) - Produce a compact version number for a working copy. XColor (3) - create, copy, or destroy colormaps and color structure XCopyArea (3) - copy areas XCopyColormapAndFree (3) - create, copy, or destroy colormaps and color structure XCopyGC (3) - create or free graphics contexts and graphics context structure XCopyPlane (3) - copy areas XCreateColormap (3) - create, copy, or destroy colormaps and color structure XFreeColormap (3) - create, copy, or destroy colormaps and color structure
Die Zahlen in den Klammern nach den Befehlen sind Angaben zu den Abschnitten im Manpage-System. Dies soll die Möglichkeit der Eingrenzung einer Suche ermöglichen.
- Nutzerbefehle und Kommandos
- Systemaufrufe
- Subroutinen und Bibliotheksaufrufe, Perl-Module, Tcl-Module
- Geräte und Spezialdateien
- Dateiformate
- Spiele
- Verschiedenes, Makropakete und Konventionen
- Systemverwaltung
- Kernelverwaltung
Des Weiteren gibt es noch einige äußerst nützliche Funktionen und Tastenkombinationen die das Arbeiten unter der Konsole vereinfachen. Diese sollten sich unbedingt angeeignet werden, da dadurch das Arbeiten unter der Konsole dem einer grafischen Öberfläche mit Maus in kaum etwas nachsteht. Folgend eine Übersicht von wichtigen Funktionen und Tastenkombinationen:
- Strg+C
Damit lassen sich laufende Programme sofort abbrechen. Normalerweise liefert jedes ordentliche Programm eine eigene Methode zum Beenden mit, aber es kann auch unter Linux vorkommen, dass mal ein Programm nicht mehr reagiert.
- TAB Taste
Durch die Eingabe eines Zeichens gefolgt 1x TAB bietet die Konsole eine Autovervollständigung an. Sollten mehrere bekannte Befehle, Dateien oder Ordner zutreffen, passiert erstmal nichts. Dann sollte man 2x TAB drücken und die Konsole listet alles auf was zutrifft. Beispielsweise ls gefolgt von 2x TAB liefert unter anderem ls, lsmod, lspci, lspcmcia, etc. lsp gefolgt von 2x TAB vervolltändigt zu lspc und liefert nur noch lspci und lspcmcia.
- Strg+R
Damit bietet die Konsole eine Verlaufsuche der eingegebenen Befehle. Prinzipell lassen sich auch die Pfeiltasten nutzen, womit aber immer nur ein Wechsel n+1 oder n-1 des letzten Befehls möglich ist. Drückt man Stgr+R, fragt die Konsole nach der gesuchten Eingabe. Mit jedem weiteren Zeichen dass man eingibt, nähert sich die Suche dem gewünschten Ergebnis. Durch erneutes betätigen dieser Tastenkombination wird in der Historie immer weiter nach passenden Treffern gesucht.
cd - Damit kann man schnell zwischen dem aktuellen und letzten Verzeichnis wechseln.
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mc (Midnight Commander) Der Midnight Commander ist ein grafischisch einfach gehaltener aber mächtiger Dateimanager.
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wird noch erweitert...
Weitere Informationen:
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