|
Den Begriff Systeminformationen genau einzugrenzen ist schwer umzusetzen, denn im Prinzip lassen sich ihm alle erfassbaren Informationen eines laufenden Systems zuordnen. Um aber eine Abgrenzung vorzunehmen, werden in diesem Beitrag die Befehle behandelt, die vor allem für den Administrator wichtige Informationsquellen darstellen und nicht direkt anderen Beiträgen zuzuordnen sind.
Wenn ein Rechner als Zentralrechner operiert oder Dienste mit externem Zugriff auf lokale Daten bietet, ist es sinnvoll in Erfahrung bringen zu können wer sich alles am System angemeldet hat. Dazu eignet sich der Befehl who. Mit angehängter Option -a erhält man eine übersichtliche Auflistung mit erweiterten Zusatzinformationen.
Jul 30 13:35 11 id=si term=0 exit=0 system boot Jul 30 13:35 run-level 3 Jul 30 13:35 last=S Jul 30 13:36 50 id=rc term=0 exit=0 pace + ttyl Jul 30 20:39 1500 LOGIN tty2 Jul 30 13:36 1501 id=c2 LOGIN tty3 Jul 30 13:36 1502 id=c3 LOGIN tty4 Jul 30 13:36 1503 id=c4 LOGIN tty5 Jul 30 13:36 1504 id=c5 LOGIN tty6 Jul 30 13:36 1505 id=c5 root + pts/0 Jul 30 16:46 1593 (poseidon.olymp)
In diesem Fall hat sich der Benutzer pace auf der ersten Konsole eingelogt, wobei root sich via ssh von einem Remotecomputer aus eingeloggt hat. Zusätzlich werden die Zeiten aufgelistet, wann sich wo eingeloggt wurde. Selbstverständlich werden die Login's auch aufgezeichnet. Mit lastlog werden die letzten Login's der bekannten Benutzer dargestellt, mit faillog die letzten fehlgeschlagenen Versuche bekannter Benutzer.
Die Uhrzeit und das Datum läßt sich mit dem Befehl date auslesen oder modifizieren.
Tue Aug 1 10:23:45 CEST 2006
Zwei weitere Befehle zum Identifizieren sind whoami und pwd. Ersterer gibt aus, als welcher User man eingeloggt ist, letzterer in welchem Verzeichnis man sich befindet. Jedoch geben viele Linuxsysteme diese Informationen schon gemeinsam im Prompt aus.
Allgemeine Informationen zur Linuxversion erhält man wie folgt:
Linux zeus 2.6.17.9 #2 Mon Aug 21 17:27:53 CEST 2006 x86_64 x86_64 x86_64 GNU/Linux
Die dreimalige Angabe von x86_64 bezieht sich auf folgendes Schema:
- Maschinen Architektur
- Prozessor Architektur
- Hardware Plattform
Sehr nützlich sind alle Programme zur Identifizierung der Hardware im System. Hierbei gibt es allerdings kein einheitliches Schema, denn alle Programme geben unterschiedliche und sich teilweise doch wieder überschneidende Informationen aus. Je nach gesuchter Information muss man also manchmal mehr als ein Programm ausführen, um alle notwendigen Daten zu erhalten.
Hier eine Liste der wichtigsten Programme zur Identifizierung der Hardware und deren Parameter:
- lswh
Dieses Programm versucht möglichst alle Informationen zu der vorhandenen Hardware aufzulisten. Die Ausgabe inder Konsole ist dem entsprechend sehr umfangreich.
- lspci
Hiermit werden die Geräte am PCI-Bus angezeigt.
- lsusb
Informationen zum USB-Bus.
- lsscsi
Informationen zum SCSI-Bus.
- fdisk -l
Das Standard-Partitionsprogramm, welches mit angehängter Option -l alle Laufwerke mit Partitionsinformationen ausgibt.
- dmidecode
Informationen über den Systemhersteller, Modell, BIOS-Version, die verwendeten Hardwarekomponenten und Anschlüsse, Seriennummer.
- cat /proc/cpuinfo
Detaillierte Informationen zur CPU.
- cat /proc/meminfo
Detaillierte Informationen zum Arbeitsspeicher.
Bei allen Programmen lässt sich die Ausgabe durch entsprechende Optionen filtern. Und auch wenn es im ersten Moment umständlich erscheint diese Vielzahl der Programme anwenden zu müssen, so wird man dennoch schnell die Ausgabequalität zu schätzen wissen. Um dies zu veranschaulichen, werden hier einige Beispiele vorgestellt.
00:00.0 Host bridge: Intel Mobile 915GM Express Processor to DRAM Controller (rev 03) 00:01.0 PCI bridge: Intel Mobile 915GM/PM Express PCI Express Root Port (rev 03) 00:1c.0 PCI bridge: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) PCI Express Port 1 (rev 03) 00:1c.1 PCI bridge: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) PCI Express Port 2 (rev 03) 00:1d.0 USB Controller: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) USB UHCI #1 (rev 03) 00:1d.1 USB Controller: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) USB UHCI #2 (rev 03) 00:1d.2 USB Controller: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) USB UHCI #3 (rev 03) 00:1d.7 USB Controller: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) USB2 EHCI (rev 03) 00:1e.0 PCI bridge: Intel 82801 Mobile PCI Bridge (rev d3) 00:1e.2 Audio controller: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) AC'97 AC (rev 03) 00:1e.3 Modem: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) AC'97 Modem Controller (rev 03) 00:1f.0 ISA bridge: Intel 82801FBM (ICH6M) LPC Interface Bridge (rev 03) 00:1f.1 IDE interface: Intel 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) IDE Controller (rev 03) 01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc M24 1P [Radeon Mobility X600] 02:04.0 Network controller: Intel PRO/Wireless 2200BG Network Connection (rev 05) 02:06.0 CardBus bridge: Texas Instruments PCIxx21/x515 Cardbus Controller 02:06.2 FireWire (IEEE 1394): Texas Instruments OHCI Compliant IEEE 1394 Host Controller 02:06.3 Mass storage controller: Texas Instruments PCIxx21 Integrated FlashMedia Controller 02:06.4 SD Host controller: Texas Instruments PCI6411/6421/6611/6621/7411/7421/7611/7621 SDC 02:06.5 Communication controller: TI PCI6411/6421/6611/6621/7411/7421/7611/7621 SC Controller 10:00.0 Ethernet controller: Broadcom NetXtreme BCM5751M Gigabit Ethernet PCI Express (rev 11)
Besonders nützlich ist die detaillierte Produktbezeichnung der Komponenten, wenn man neue Treiber für eine Komponente sucht. Die andere Alternative wäre der Ausbau der Komponente und das Ablesen des Typenschilds. Die Kodierung der ersten Spalte folgt der BDF-Syntax (Bus:Device:Function) in Hexadezimaler Schreibweise. Weiterführender Weblink
SMBIOS 2.3 present. 23 structures occupying 994 bytes. Table at 0x000F30B8.
Handle 0x0000, DMI type 0, 20 bytes BIOS Information Vendor: Hewlett-Packard Version: 68DTV Ver. F.0F Release Date: 09/15/2005 Address: 0xE0000 Runtime Size: 128 kB ROM Size: 1024 kB Characteristics: PCI is supported PC Card (PCMCIA) is supported PNP is supported BIOS is upgradeable BIOS shadowing is allowed Boot from CD is supported Selectable boot is supported EDD is supported 3.5"/720 KB floppy services are supported (int 13h) Print screen service is supported (int 5h) 8042 keyboard services are supported (int 9h) Serial services are supported (int 14h) Printer services are supported (int 17h) ACPI is supported USB legacy is supported LS-120 boot is supported Smart battery is supported BIOS boot specification is supported Function key-initiated network boot is supported
Handle 0x0001, DMI type 1, 25 bytes System Information Manufacturer: Hewlett-Packard Product Name: HP Compaq nx8220 (PY514EA#ABD) Version: F.0F Serial Number: CNU6070M4C UUID: 2F99D592-2B99-DB11-159C-6D990C023129 Wake-up Type: Power Switch
...
Dies stellt nur einen Auszug der sehr umfangreichen Ausgabe von dmidecode dar, lässt aber schon auf die Detailtiefe schließen.
processor : 0 vendor_id : GenuineIntel cpu family : 6 model : 13 model name : Intel(R) Pentium(R) M processor 1.73GHz stepping : 8 cpu MHz : 798.000 cache size : 2048 KB fdiv_bug : no hlt_bug : no f00f_bug : no coma_bug : no fpu : yes fpu_exception : yes cpuid level : 2 wp : yes flags : fpu vme de pse tsc msr pae mce cx8 apic sep mtrr pge mca cmov pat clflush dts acpi mmx fxsr sse sse2 ss tm pbe nx up bts est tm2 bogomips : 1598.23 clflush size : 64
Und zum Vergleich der erste Kern eines Mehrkerprozessors auf einem anderen System:
processor : 0 vendor_id : AuthenticAMD cpu family : 16 model : 4 model name : Quad-Core AMD Opteron(tm) Processor 2376 HE stepping : 2 cpu MHz : 1155.945 cache size : 512 KB physical id : 0 siblings : 4 core id : 0 cpu cores : 4 apicid : 0 fpu : yes fpu_exception : yes cpuid level : 5 wp : yes flags : fpu vme de pse tsc msr pae mce cx8 apic sep mtrr pge mca cmov pat pse36 clflush mmx fxsr sse sse2 ht syscall nx mmxext fxsr_opt pdpe1gb rdtscp lm 3dnowext 3dnow constant_tsc nonstop_tsc pni cx16 popcnt lahf_lm cmp_legacy svm extapic cr8_legacy altmovcr8 abm sse4a misalignsse 3dnowprefetch osvw bogomips : 4625.84 TLB size : 1024 4K pages clflush size : 64 cache_alignment : 64 address sizes : 48 bits physical, 48 bits virtual power management: ts ttp tm stc 100mhzsteps hwpstate [8]
Interessant sind hier vor allem die unterstützten Features des Prozessors, welche unter dem Punkt Flags aufgeführt werden. Viele Programme nutzen die Features um die Rechenleistung teilweise signifikant zu erhöhen. Sollte ein Programm beispielsweise die Unterstüzung diverser Features verweigern, obwohl mit der Prüfung besagte Features vorhanden sind, lässt sich so schnell auf einen Fehler im Programm schließen.
Natürlich gibt es noch viele weitere Programme die teilweise auf ganz spezielle Informationen ausgelegt sind. Aber letztendlich greifen sie doch meist auf die oben aufgeführten Programme zurück, womit man vor der Wahl steht sich entweder eine ganze Reihe an Befehlen zu merken oder doch lieber auf die bekannten zurückzugreifen und diese selbst zu filtern. |